Erfahrungsbericht von Karl

Alter: 19 Jahre

Einsatzstelle: Nordberliner Werkgemeinschaft/Förderbereich

1. Warum wollten Sie ein FSJ machen?

Ich wollte ein FSJ machen, weil ich noch keine genaue Richtung hatte, die mich in eine Ausbildung gelenkt hat.

2. Was haben Sie in Ihrem FSJ gelernt?

In meinem FSJ habe ich vieles lernen können. Was genau ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall habe ich viel zu den Themen Toleranz und Menschen mit Behinderungen gelernt - wie geht man beispielsweise respektvoll mit Menschen mit einer Beeinträchtigung um.

3. Welche Vorteile sehen Sie für sich durch Ihr FSJ?

Durch mein FSJ habe ich viele Vorteile im Sinne von:" Ich weiß, was ich mal werden will oder ich kann mir sicher sein, dass die Arbeit mit Behinderten oder schwerstmehrfachbehinderten Menschen genau das Richtige für mich ist."

4. Was war ein bewegender Moment in Ihrem FSJ?

Ein sehr bewegender Moment für mich war, als sich die stundenlange Arbeit, in der viel Schweiß und Nerven drauf gegangen sind, auszahlte: Ein Beschäftigter machte seine ersten Schritte ohne Hilfe.

5. Was war das schönste Kompliment, das Sie für Ihr FSJ bekommen haben?

Das schönste Kompliment in meinem FSJ war die Rückmeldung der Gruppenleiter*innen. Für sie war ich einer der besten FSJ'ler*innen und sie sind schon ein wenig traurig, wenn mein FSJ vorbei ist. Weiterhin haben sie mir Mut zugesprochen eine Ausbildung als Erzieher zu machen.

6. Warum haben Sie Ihr FSJ beim Deutschen Roten Kreuz gemacht?

Mein FSJ habe ich beim DRK gemacht, da es mir das sympathischste Unternehmen war, bei dem ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung. Die Mitarbeiter*innen vom FSJ Büro waren immer für einen da, wenn man ein Problem hatte. Danke für das schöne Jahr!

Erfahrungsbericht von Elias

Alter:                 18 Jahre

Einsatzstelle:    HilfsmittelCentrum

Warum wollten Sie ein FSJ machen?

Mein eigentlicher Plan war es, nach der Schule gleich zu studieren. Als ich dann das Abitur bestanden hatte, merkte ich jedoch, dass jetzt erstmal Zeit für etwas Anderes - eine  Abwechslung - ist. Ich wollte nicht vom durch Lernen und theoretischen Dingen geprägten Schulalltag direkt ins Studium wandern. Zusätzlich sammelt man schon einige Erfahrungen für das spätere Berufsleben und tut dabei noch etwas für einen guten Zweck.

Was haben Sie in Ihrem FSJ gemacht und gelernt?

Im HilfsmittelCentrum waren und sind die Aufgaben sehr unterschiedlich. Tagsüber kümmere Ich mich um die Kunden, persönlich, sowie per Telefon und E-Mail. Oft übernehme ich aber auch Elemente von unseren rehatechnischen Unterweisungen, in denen man seinen „Rollstuhlführerschein“ macht. Durch diese Aufgaben bin ich vor allem in meinem Auftreten selbstsicherer geworden. Nachmittags fahre ich dann in der Regel meine Touren, bei denen ich Hilfsmittel (meistens Rollstühle) zu Kunden liefere oder abhole. Da ich leidenschaftlich gerne Auto fahre, war das FSJ auch eine gute Möglichkeit meine Fahrpraxis zu verbessern und gleichzeitig Berlin besser kennen zu lernen. Das FSJ besteht aber nicht nur aus der Einsatzstelle, sondern auch aus den Seminartagen. Hier wechselt die Thematik von Seminar zu Seminar. Da ich noch ein paar Monate vor mir habe, kann ich erst die bisherigen Seminare beurteilen. Diese wurden  abwechslungsreich  gestaltet und waren auch so mal eine kleine  Abwechslung zum Arbeitsalltag. In den Seminaren haben wir viel diskutiert, neue Einblicke erlangt und, zumindest ich, einige gute neue Freunde  kennengelernt.

Welche Vorteile sehen Sie für sich durch das FSJ?

Mir wurden durch meine Einsatzstelle Einblicke sowohl in einen Bürojob, in den Außendienst und ins Dozieren gewährt. Dinge, die mich bei meiner späteren Berufswahl betreffen werden. Zusätzlich sammel ich nebenbei zwei Wartesemester, wodurch ich leichter an einen Studienplatz komme.

Warum haben Sie Ihr FSJ beim DRK gemacht?

Mein Onkel hat vor einiger Zeit im Rahmen des Zivildienstes Essen an Senioren geliefert. So kam ich überhaupt auf die Idee, eine Einsatzstelle bei einer Hilfsorganisation zu suchen, da mir der Gedanke vom sozialen Engagement gefällt. Das Deutsche Rote Kreuz ist nun mal die weltweit bekannteste Hilfsorganisation und so habe ich dort als erstes nachgeschaut. An dem Tag des Vorstellungsgesprächs konnte ich im Anschluss kurz meine jetzige Einsatzstelle begutachten und war überzeugt. Mein Chef Herr Bischoff war von Anfang an sympathisch und ich bin auch nach über einem halben Jahr noch sehr glücklich über unser kleines Team.

Erfahrungsbericht von Hannah

Alter: 19 Jahre

Einsatzstelle: Interdisziplinäre Wahlleistungsabteilung

Warum wollten Sie ein FSJ machen?

Nach der Schule und dem Abitur wollte ich nicht direkt zu studieren anfangen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich irgendwie sozial einbringen und engagieren wollte und so der Gesellschaft , in der ich aufgewachsen bin, etwas zurückzugeben. Außerdem war es mir wichtig, viele interessante und neue Erfahrungen zu sammeln und in den medizinischen Bereich "zu schnuppern".

Was haben Sie in Ihrem FSJ gemacht?

Während meines FSJ war ich auf einer interdisziplinären Station tätig. Im Mittelpunkt stand der Kontakt und Umgang mit den Patient_innen, was mir sehr viel Freude bereitet hat. Im großen und ganzen ging es darum, das Pflegepersonal etwas zu unterstützen und zu entlasten. Zu meinen Aufgaben gehörte hierbei zum Beispiel die "Messrunde", bei der ich Blutdruck und die Temperatur der Patient_innen gemessen habe. Außerdem auch die Hilfestellung bei der Grundpflege der Patient_innen, viele Botengänge wie zum Beispiel Laborproben und Akten wegbringen, Medikamente besorgen oder das Begleiten und Abholen Patient_innen,  welche eine Untersuchung hatten. Auch der Ausbildungsaspekt des FSJ kam nicht zu kurz: Ich durfte von Zeit zu Zeit bei OP´s, Untersuchungen und Visiten zuschauen.

Welche Vorteile sehen Sie für sich durch das FSJ?

Während des FSJ habe ich viel Lebenserfahrung gewonnen. Ich habe gelernt, mit Stress und Belastung umzugehen und wie es ist, eine 40-Stunden-Arbeitswoche zu haben. Außerdem habe ich mich als Person weiterentwickelt. Hierbei hat mich besonders der Umgang mit meinen Mitmenschen, Patient_innen und Kollegen geprägt.

Was war ein bewegender Moment in Ihrem FSJ?

Als eine Patientin, die sehr lange bei uns war und zu dieser ich eine enge Beziehung hatte, beim Abschied von mir in Tränen ausgebrochen ist. Dieser Ausdruck der Dankbarkeit hat mich sehr berührt und ich habe gemerkt wie wichtig meine Tätigkeit als FSJ´lerin ist und wieviel Freude sie mir bereitet.

Was war das schönste Kompliment, das Sie für Ihr FSJ bekommen haben?

Das schönste Kompliment für mich war, als ich in das Zimmer einer Patientin kam und sie mich anlächelte und sagte: " Ich freue mich immer, Sie zu sehen. Ihr Lachen ist so schön."

Warum haben Sie Ihr FSJ beim Deutschen Roten Kreuz gemacht?

Da ich nicht aus Berlin bin, mein FSJ aber gerne dort ableisten wollte, habe ich mich im Internet über verschiedene Organisationen informiert die ein Freiwilliges Soziales Jahr in Berlin anbieten. So bin ich auf eine Liste der verschiedenen Träger gestoßen, darunter auch das DRK. Ich habe mich auf den Internetseiten informiert und umgesehen, dabei hat mich das DRK einfach am meisten überzeugt.

Erfahrungsbericht von Michaela

Alter: 18 Jahre

Einsatzstelle: Augenheilkunde/Rheumatologie/Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie

Warum wollten Sie ein FSJ machen?

Um mein Fachabitur zu machen. Um zu merken, ob der medizinische Beruf etwas für mich ist. Um Berufserfahrung zu sammeln.

Was haben Sie in Ihrem FSJ gelernt?

Offenheit, Respekt, Behandlungen und Krankheiten. Den Umgang mit (kranken) Menschen und deren einzelnen Schicksalen. Ich habe gelernt, was der Beruf der Krankenschwester (& Arzt) fordert und beinhaltet.

Welche Vorteile sehen Sie für sich durch ein FSJ?

Eine bessere Chance für eine Ausbildung. Einen besseren Blick für sich selber und andere (die Gesundheit des Menschen) sowie Berufserfahrung.

Was war ein bewegender Moment in Ihrem FSJ?

Ein Oberarzt (!) hat mich als Kollegin bezeichnet. Das Wissen Gutes zu tun. Von einem Patienten habe ich ein selbstgemaltes Bild bekommen, als er entlassen wurde. Ich wurde als "Stationsengel" bezeichnet.

Was war das schönste Kompliment, das Sie für Ihr FSJ bekommen haben?

"Sie wären eine tolle Krankenschwester." Zu hören von den Kollegen und Ärzten, dass man gebraucht, geschätzt und respektiert wird. Wir "fehlen" so richtig wenn wir (FSJ´ler_innen) nicht da sind.

Warum haben Sie Ihr FSJ beim Deutschen Roten Kreuz gemacht?

Das DRK ist sehr bekannt und ich bewundere den Verein sehr für die Arbeit, die ehrlich und freiwillig ist. Es war eine Ehre für mich, beim DRK gearbeitet zu haben.

Erfahrungsbericht von Cansi

Alter: 21 Jahre

Einsatzstelle: Kinderladen "Stadt-Land-Fluss e.V."

1. Warum wollten Sie ein FSJ machen?

Ich bin mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife von der Schule gegangen und konnte mit dem FSJ den praktischen Teil absolvieren. Des Weiteren wollte ich neue Erfahrungen im Berufsleben sammeln.

2. Was haben Sie im FSJ gelernt?


Im Kindergarten lernt man so einiges. Zum einen habe ich viel über den Umgang mit Kindern und deren Eltern gelernt. Ich kann jetzt viel besser "pädagogisch denken". Zum anderen habe ich gelernt geduldiger zu sein und selbstbewusster aufzutreten.

3. Welche Vorteile sehen Sie für sich für sich durch das FSJ?


Man wird auf jeden Fall reifer und kann vieles mehr nachvollziehen. Innerhalb eines Jahres entwickelt man sich selber weiter und lernt auch vieles dazu.

4. Was war ein bewegender Moment in Ihrem FSJ?

Wenn die Kinder zu mir kommen, weil sie mich umarmen oder kuscheln wollen, aber das nur mit mir. Also, mit keiner anderen Erzieherin oder einer anderen Person.

5. Warum haben Sie Ihr FSJ beim Deutschen Roten Kreuz gemacht?

Eine Freundin macht beim DRK auch ihr FSJ und hat es mir empfohlen.

Bericht der FSJ-Helferin Lisa R.

Angefangen hat es mit der ganz großen Orientierungslosigkeit. Mit 19 hab ich Abitur gemacht und dann versucht, mich an verschiedenen Unis für Psychologie einzuschreiben.

Trotz meines eigentlich guten Notendurchschnitts hab ich eine Prognose von bis zu 9 Jahren Wartezeit bekommen. Etwas halbherzig habe ich dann angefangen, Germanistik zu studieren. Bis an mein Arbeitslebensende Texte auseinanderfutzeln, das wollte ich nicht machen. Außerdem hat mir das Studium den Spaß am Lesen vergällt. (Mal abgesehen von den relativ schlechten Berufsaussichten in diesem Zweig).

Ich hab mich dann für das Soziale Jahr beworben und bin auch angenommen worden. Ich wollte unbedingt etwas im sozialen Bereich arbeiten, denn ich hab gern mit Menschen zu tun. Andererseits bin ich ein Sensibelchen und kann mich schlecht durchsetzen.Ob Arbeit im Altersheim das Richtige für mich ist? Ins Krankenhaus wollte ich nicht, weil ich schon seit ich klein bin beim Anblick von Blut ohnmächtig werde.

Anfangs habe ich es auch schwer gehabt. Wenn jemand in einen Betrieb kommt in dem die Mitarbeiter teilweise schon seit Jahren zusammenarbeiten, gut aufeinander eingestellt sind und er noch nie praktisch gearbeitet hat (geschweige denn im pflegerischen Bereich), muß er schon hartnäckig sein, um die ersten Wochen durchzustehen. Anfangs muß man sich so viele neue Dinge auf einmal merken, bei mir wenigstens hat das einige Zeit gebraucht. Ich glaube, in der ersten Zeit fällt man erstmal lästig, da man noch keine Hilfe ist. Man muß bei allem nochmal nachfragen, muß beaufsichtigt werden und macht vieles falsch, was dann Mehrarbeit für die Festangestellten bedeutet. Das ist Anfangs sehr frustrierend für mich gewesen. Man meint es gut, will alles richtig machen und hat das Gefühl, ein Ärgerniß zu sein.

Dazu kommt, dass diese Arbeit selbst einen Schock bedeuten kann. Als ich im Pflegeheim angefangen habe, hab ich nicht gewußt, dass viele alte Menschen inkontinent werden, das heißt, dass sie Stuhl und Urin nicht mehr halten können und meist auch gar nicht mehr merken, ob sie auf Toilette müssen. Auch hab ich nicht gewußt, dass viele Menschen im Alter dement, d. h. verwirrt werden. Ich glaube, dass das daran liegt, das unsere Gesellschaft diese Dinge einfach ausblendet. Alt und krank werden möchte niemand, und etwas wissen will darüber eigentlich auch keiner.Wenn man jung ist, ist es vielleicht schwer, damit umzugehen. Obwohl es für mich schon etwas bedrückend angefangen hat, war dieses Jahr eines der schönsten und wichtigsten meines Lebens. Wenn ich in ein paar Tagen meinen Spint ausräume, werde ich sehr traurig sein. Freunde von mir fragen, was war denn eigentlich jetzt so gut daran? Diese schwere Arbeit, Schichtdienst und so viel Elend und Tod, wieso hat es Dir denn so gut gefallen? Weil ich wirklich das Gefühl hatte, wichtige Arbeit zu machen und Menschen denen es sehr schlecht geht das Leben ein bischen zu verschönern.

Die Heimbewohner sind so dankbar für ein freundliches Lächeln, ein bischen Aufmerksamkeit und für jede kleine Geste. Ein Heim hat auch etwas sehr familiäres. Mit der Zeit kennt man die alten Leute sehr gut, und ich zumindest habe sie liebgewonnen. Auch mit ihren Familien hat man zu tun und die Kollegen arbeiten eng zusammen. Außerdem ist das eine Arbeit in der Rücksichtslosigkeit und Ellenbogen nicht gefragt sind. Es ist alles mehr ein Miteinander. Ich denke bei dieser Arbeit ist es das Wichtigste, dass man möglichst frei von Aggressionen ist, denn man hat viel Verantwortung. Ein Großteil der Alten ist einem völlig ausgeliefert. Sie können sich nicht wehren und sich nicht äußern. Wenn jemand nicht geduldig und einigermaßen mit sich im Reinen ist, kann diese Macht sehr mißbraucht werden.. Wenn man sich gut unter Kontrolle hat und sich Mühe gibt ist das Jahr bestimmt eine gute Erfahrung. Ich weiß jetzt, was mir Spaß macht und was ich arbeiten will. Direkt im Anschluß an das Jahr beginne ich meine Ausbildung zur Krankenpflegerin, beim Anblick von Blut wird mir inzwischen nicht mehr schlecht.

Der Einstieg in mein Freiwilliges Soziales Jahr

(verfasst von einer FSJ`lerin beim DRK im März 2009)

Die ersten paar Wochen als freiwillige Helferin im Krankenhaus versprachen aufregend zu werden. Vollkommen ungelernt, bis auf zwei Seminartage, kam ich praktisch direkt von der Abiturszeit in den ganz anderen und nicht zu vergleichenden Krankenhausalltag, mit der Aufgabe, mich so gut wie möglich in diese Arbeit einzufinden, um den Pflegern und Schwestern eine effektive Hilfe sein zu können. Zum Glück hatte meine Einleitungsschwester (die ich leider aufgrund zu verschiedener Dienstpläne in den ersten Monaten höchstens ein- bis zweimal zu Gesicht bekam) mir eine Mappe zusammengestellt, in der alles Wichtige für mich (wie z.B. mein Tätigkeitskatalog) aufgelistet war, angefangen bei einer detaillierten Übersicht über den Stationsaufbau im Früh- und Spätdienst, wobei meine Aufgaben kursiv hervorgehoben waren, damit ich mir einprägen konnte, welche Aufgaben ich übernehmen darf und welche nicht. In der Mappe folgten Informationsblätter über das „Verhalten im Krankheitsfall“ und „Urlaubsregelung“, sowie zwei Checklisten mit Aufgaben, die ich mir in den ersten zwei Tagen und in den ersten zwei Wochen zeigen lassen sollte und das Betreffende von der Schwester, die es mir beibrachte, abhaken lassen sollte. Diese Listen enthielten Themen wie „Stationsabläufe“, „Verhalten im Brandfall“, „Umgang mit Sauerstoffflaschen und Inhalationsgeräten“ und viele weiter für meinen künftigen Alltag wichtige Dinge. Doch obwohl ich mich daran halten konnte, merkte ich schnell, dass die Arbeit weit komplexer ist als zunächst vermutet. In der ersten Zeit lief ich also den mir zugeteilten Seitenschwestern hinterher, um ihnen über die Schulter zu schauen und so viel wie möglich erhaschen zu können.

Und trotzdem hatte ich zuerst immense Schwierigkeiten, alle Aufgaben, die man mir erteilte, gründlich und vor allem schnell zu erledigen. Es fing mit Kleinigkeiten an: „Hol mal folgende Tabletten von der Station 3!“ „Folgende Tabletten“ hatten allerdings einen so langen und komplizierten Fachnamen, dass ich nach fünf gegangenen Schritten den Namen der Tabletten entweder vollständig vergessen oder die Einzelteile völlig durcheinandergewürfelt hatte. Dennoch traute ich mich nicht, noch einmal nachzufragen, wollte ich doch einen relativ gescheiten Eindruck hinterlassen. Also ging ich mit einem mulmigen Gefühl hoch zur Station 3 und stammelte dort die mir im Gedächtnis gebliebenen Teile des Tablettennamens hervor, woraufhin die dortigen Schwestern großes Rätselraten veranstalten oder einfach noch mal anrufen und nachfragen mussten. Auf jeden Fall dauerte es länger, als wenn die Schwester die Tabletten einfach selbst geholt hätte.

Insgesamt fühlte ich mich am Anfang eher hilflos, wollte ich doch den Schwestern eine Hilfe sein und stand doch nur ratlos herum.

Schon bei dem kleinen Auftrag: „Bring mir mal eine Nierenschale!“ konnte ich verzweifeln. Ich lief mit der Frage im Kopf los, wo zum Teufel es denn hier Nierenschalen gab, die hatte ich doch irgendwo schon mal gesehen, aber wo???

Endlich fand ich welche im Abstellraum. Hier gab es Schalen aus Metall und Einmalnierenschalen aus Pappe, für die ich mich letzten Endes entschied. Ich brachte sie der Schwester und bekam in einem grantigen Ton: „Die doch nicht, die aus Metall meinte ich doch!!“ zu hören. Ich also noch mal los mit dem Gedanken im Kopf, dass aus dem Befehl: „Bring mir mal eine Nierenschale!“ nicht eindeutig hervorgeht, um welche Art von Nierenschale es sich handelt und ich doch eigentlich nichts falsch gemacht hab.

Anfangs verzweifelte ich innerlich, wenn ich regelmäßig an so kleinen Aufgaben scheiterte, wie z.B. einen Patienten zum Röntgen fahren zu müssen ohne eine Ahnung zu haben, wo das Röntgen im Gebäude angesiedelt ist und sich dann mit dem Patienten im Schlepptau durchfragen zu müssen. Ich hatte also das Gefühl, ich verlangsame den Betrieb nur, als dass ich ihn voranbrächte.

Schwierig war es auch, wenn mir der Vorgang des Waschens z.B. von einer Schwester gezeigt wurde und bei der nächsten Schwester  das alles wieder völlig falsch war, denn die hatte ihre eigenen Ansichten und Gewohnheiten.

Und so hatte ich lange Zeit und auch jetzt nach einem halben Jahr immer noch das Gefühl, man könne es keinem Recht machen. Vor allem, wenn man im Vorbeigehen von einer Schwester zugerufen bekommt: „Bezieh mal schnell das Bett in der 4, der nächste Patient wartet schon!“, obwohl ich noch beim Waschen war. Ich also schnell Bettzeug und Kissen geholt, als mich eine andere Schwester abfing: „Bring mal schnell das Blut ins Labor, das ist eine Notfalluntersuchung!“. Nun steckte ich in der Zwickmühle, entschied mich nach kurzem Überlegen für das Blut und wurde dann, als ich auf die Station zurückkam, von zwei unterschiedlichen Schwestern dafür getadelt, dass das Bett in der 4 noch immer nicht bezogen war und der Patient noch immer ungewaschen im Bett lag. So konnte ich es niemandem recht machen und meinen Erklärungsversuchen wollte auch niemand zuhören. Dieser Eindruck wird in meinen Augen noch dadurch verstärkt, dass „bitte“ und „danke“ oder auch mal ein motivierendes Lob im stressigen Krankenhausalltag vollkommen untergehen. Das ist schade, macht man diese Arbeit doch freiwillig und würde sich denken, dass wenigstens Lob und Anerkennung nicht zu viel verlangt wären dafür, dass man 8 Stunden mit nur einer kleinen Pause unentwegt durch die Gegend läuft und selbst zum Trinken keine Zeit bleibt.

Somit war die Einarbeitungszeit schwierig und voller Missgeschicke, die man aber zum Teil gar nicht verhindern kann, weil man vieles einfach nicht weiß.Viele nützliche Tipps gaben mir dann weniger die Schwestern als aber die ganzen Schüler, die meine Situation kannten und sich dann Zeit nahmen, mit mir Blutdruck- messen zu üben.

Eigentlich gab es auch keine begrenzte Zeit, die ich als meine „Einarbeitungszeit“ titulieren würde. Auch nach dem halben Jahr lerne ich noch vieles dazu, nicht zuletzt auch über die ganzen Krankheitsbilder.

Und obwohl der Einstieg recht schwer war, merkte ich, wie nach ein paar Monaten alles besser funktionierte. Auf einmal wusste ich, was ich wann und vor allem wie zu tun hatte, und ich brachte nun vor allem den Mut auf, Unverständliches nachzufragen, ohne mir dumm vorzukommen. Und schließlich tauchte ab November am Ende eines stressigen Dienstes neben einem resigniert gegrummelten „Schönen Feierabend und bis morgen!“ ein heiteres „Hat gut geklappt heute mit unserer Zusammenarbeit! Danke, dass du mir so fleißig geholfen hat!“ auf, das mich motivierte und mir zeigte, dass meine Arbeit doch gewürdigt wird.

Alles in allem erlebe ich hier eine spannende Zeit mit vielen schwierigen Aufgaben, aber auch einer Menge Freude, gerade im Umgang mit den Patienten und den netten Kollegen. Und somit bin ich froh, mich für dieses Jahr voll neuer Erfahrungen und Einblicke entschieden zu haben.

Alexander L., FSJ in der geriatrischen Tagespflege

Mein Name ist Alexander L., im März 2012 habe ich mein FSJ in der geriatrischen Tagespflege der Villa Albrecht, einer Senioreneinrichtung des DRK in Tempelhof begonnen.

Auch wenn ich mir anfänglich gar nicht sicher war, ob ein Freiwilligendienst das Richtige für mich ist und ob ich für die Arbeit im sozialen Bereich geeignet wäre, wurden diese Zweifel recht schnell aufgelöst.
Schon nach dem Probe-Arbeitstag war mir klar, dass nach dem eher trockenen Alltag in der Schule das FSJ ein guter neuer Lebensabschnitt für mich sein würde.

Mein Arbeitstag beginnt um 7:45 Uhr. Zusammen mit einem Kraftfahrer vom Roten Kreuz hole ich dann die Gäste der Tagespflege aus verschieden Bezirken Berlins ab.
Gegen 9:00 Uhr treffen wir dann in der Tagespflege ein, wo die Gäste erst einmal frühstücken.
Anschließend beginnt das Kraft und Balance Training der AOK, ein Gruppentraining mit ca. 10 TeilnehmerInnen. Es dient dazu, bestimmte Bewegungsabläufe und auch Muskelgruppen zu trainieren, damit sich ältere Menschen möglichst sicher in ihren Wohnungen bewegen können. Vertretungsweise leite ich auch das Training, was manchmal viel Konzentration erfordert, denn einerseits muss man die Gruppe motivieren, die Übungen mitzumachen, andererseits sollte man darauf achten, ob bei manchen Teilnehmerinnen möglicherweise Ermüdungserscheinungen auftreten.

Nach dem von der Kochgruppe zubereitetem Mittagessen werden Spielgruppen gebildet, Karten- und Würfelspiele, ''Indoor-Kegeln'', aber natürlich auch klassische Brettspiele gehören dazu. Mittwoch und Freitag gibt es eine Chorgruppe und montags wird im 'Tanzcafé' bei Volksmusik und Schlagern getanzt.

Bei gutem Wetter verbringt man natürlich soviel Zeit wie möglich draußen, entweder im Garten oder mit Spaziergängen in den nahegelegen Parks.

Bevor die Gäste um 16:00 Uhr nach Hause gefahren werden, wird natürlich noch Kaffee getrunken und frisch gebackener Kuchen serviert.

Der Umgang mit alten, zum Teil auch dementen Patientinnen macht mir sehr viel Freude, mit der Zeit lernt man, wie man sie richtig anspricht, um sie zu motivieren. Mit nur wenig Aufwand und etwas Kreativität kann man die Gäste unterhalten, zum Lachen bringen oder körperlich fordern, zum Beispiel in Sportgruppen oder bei Spaziergängen.
Oft gibt es auch Gelegenheit für private Gespräche mit den zum Teil über 3 Generationen älteren Menschen, welche aus sehr weit zurückliegenden Zeiten noch überaus wache Erinnerungen haben.
Auf Dauer hebt das auch die eigene Stimmung, die nach meinen unangenehmen Schulerlebnissen nicht unbedingt die Beste war.

Mich hat das FSJ jedenfalls sehr geprägt und ich wäre sonst sicher nicht auf die Idee gekommen, eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu beginnen.
Ich kann allen, die noch nicht wissen, was sie mit sich und der Zukunft anfangen sollen, empfehlen, ein FSJ zu machen.
Man lernt sich selbst besser kennen und hat die Chance, zu erproben ob man sich eine Karriere im sozialen Bereich vorstellen kann.

Anna Ruttloft

Wie viele Andere in meinem Alter wusste auch ich während meines Abiturs nicht, was ich nach abgeschlossener Schulausbildung machen könnte. Ich hatte überlegt etwas im Gesundheitssektor zu machen, doch ob mich das wirklich interessierte und ob mir das lag, wusste ich nicht.
So entschied ich mich erst mal dafür ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen, um einen Einblick in den Arbeitsalltag zu bekommen und natürlich auch, um mich sozial zu engagieren. Für das FSJ zog ich dann auch extra nach Berlin und fing dann auch pünktlich im September mit dem Einführungsseminar und meiner neuen Tätigkeit an. Am ersten Tag warteten viele neue Gesichter auf mich, die jedoch alle in der gleichen Lebenssituation waren wie ich und ungefähr gleich alt. So verstanden wir uns auf Anhieb gut und blickten der neuen Zeit, nun gemeinsam gespannt entgegen.
So stand erst mal Kennenlernen auf dem Plan und die Einführung in die verschiedenen Fachbereiche. Eine Woche später ging es dann das erste Mal in die Einsatzstellen, für mich war es das Krankenhaus, für viele gab es jedoch die Einsatzstelle Kinderladen, Mädchenwohnprojekt oder Waldorfschule. Angekommen im Krankenhaus hatten wir dort auch erst mal wieder eine Einführung, bei der allem die Regeln und Arbeitsbedingungen besprochen wurden. Gleich danach wurden wir auf den Stationen vorgestellt: für mich war das die Augenheilkunde/Rheumatologie. Uns wurde schon im Vorfeld angekündigt, dass wir als „Neulinge“ in der Stationsroutine uns zu recht finden müssen und dass wir am  Anfang sicherlich Probleme hätten alles zu verstehen und einen eigenen Ablauf zu finden. Und so war es dann auch.
Zu Beginn stand ich rum und fühlte mich nutzlos. Ich verstand ja nicht mal die Anweisungen, die man mir gab. Wenn man mir sagte ich solle einen Patienten zur Aufnahme bringen, verstand ich Ambulanz. Und sollte ich jetzt eigentlich in den Keller gehen oder doch ins Erdgeschoss? Wo waren denn bloß die Laken zum Betten beziehen und wo das Desinfektionsmittel zum Spender nachfüllen? Auch die Namen meiner neuen Kollegen bereiteten mir Schwierigkeiten. Doch nach und nach gewöhnte ich mich an die Hektik im Stationsalltag und verstand auch langsam das System. Vor allem fand ich aber auch einen Weg mit den neuen Kollegen umzugehen und es entstand ein gutes Arbeitsklima, wo mir Fragen beantwortet wurden und ich auch Probleme und Wünsche offen anbringen konnte. Am meisten Spaß macht mir auf der Station immer noch die Arbeit mit dem Patienten. Leider habe ich nicht immer so viel Zeit, wie ich es für sie möchte. Doch ab und zu kann ich mich mit besonders Hilfebedürftigen länger beschäftigen, ihnen bei der Körperhygiene helfen oder mich einfach mit ihnen unterhalten. Diese ganzen kleinen Dinge sind auch immer noch die, die mir am meisten Spaß machen, weil man die Dankbarkeit der Patienten erkennt und ihnen eine große Freude machen kann.
Nachdem ich den Stationsalltag besser durchschaut hatte und gezielt Hilfe anbieten und Dinge auch ohne Nachfrage erledigen konnte, sagten die Kollegen dann auch oft über uns, dass wir eine unerlässliche Stütze auf der Station seien (wir beiden FSJlerinnen auf der Station). Das macht einen dann schon auch stolz, dass man auch mit den kleinen Arbeiten helfen kann und dass man von den Kollegen geschätzt wird. Unterbrochen wird die Arbeitszeit nur von den Seminaren, die immer sehr facettenreich gestaltet sind und immer eine gute Abwechslung zum Arbeitsalltag bieten. Hier können wir über Probleme auf der Arbeit reden, jedoch lernen wir auch mit bestimmten Ereignissen umzugehen, wie z. B. mit Stress oder dem Tod und dem Sterben von PatientInnen. Das Besprechen dieser Themen hilft dann sehr beim Verarbeiten schlimmer Situationen. Außerdem lerne ich auch als relative „Neuberlinerin“ Berlin auch besser kennen, da wir die Stadt während der Seminare auch erkunden z. B. durch eine Stadtrallye zur Thematik „Lebenswelten“.
Das Soziale Jahr bringt mir aber auch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Menschen, worüber ich sehr glücklich bin. Man verliert die Kontaktscheu zu Menschen mehr und lernt auch besser mit sowohl Lob und Anerkennung, aber leider oft auch Beschimpfungen oder Belästigungen umzugehen. Doch wenn man ein gutes Arbeitsteam hat, dann kann man über solche Dinge reden und so fällt mir der Umgang damit leichter.
Ich weiß jetzt, dass ich im sozialen Sektor arbeiten kann und auch das nach meinen FSJ machen werde. So arbeite ich jetzt noch weiter und lerne noch weiter über den Stationsalltag und vor allem viele über den Umgang mit Menschen und gehe dann gut vorbereitet in mein weiteres Arbeitsleben.

Von Anna Ruttloft

Vanessa, Waldorfkindergarten

Hallo liebe zukünftige FSJ-ler !

Ich heiße Vanessa, bin 21 Jahre alt und mache seit dem 01.09.2012 bis einschließlich dem 31.08.2013 mein Freiwilliges Soziale Jahr bei der DRK in Berlin. Ich bin mittlerweile ein halbes Jahr dabei und es macht mir immer noch genauso viel Spaß, wie am Anfang.

Ich arbeite in einem Waldorfkindergarten, dem Sonnenkäferhaus in Kreuzberg und bin über jeden Tag, den ich dort sein kann, dankbar. Meine Kollegen haben mich herzlich empfangen, mir meine Aufgaben genau erklärt und sobald ich Fragen habe, kann ich jederzeit zu Ihnen gehen. Dadurch konnte ich mich schnell in den Kindergartenalltag zurechtfinden.

Der Kindergarten unterscheidet sich etwas von den staatlichen Kindergärten. Die Meisten, die Waldorf nicht kennen, denken sofort, dass die Kinder ihren Namen tanzen, was nicht der Fall ist! Ich persönlich fühle mich dort sehr wohl, da die Atmosphäre durch den Morgenkreis, in dem z.B. eine Geschichte vorgelesen wird, sehr familiär ist. Die Kinder spielen ausschließlich mit Naturmaterialien, sprich Kastanien, Korken, selbstgehäkelte Schneckenbändern, Taschen und vielem mehr. Wir singen sehr viel und zu jeder Mahlzeit wird ein Tischgebet gesprochen.

Ich  lerne jeden Tag neue Dinge dazu, werde selbstsicherer im Umgang mit den Kindern, werde von Ihnen wie eine vollwertige Erzieherin akzeptiert und bekomme viel zurück. Jeden Tag sehe ich, wie sich die Kinder weiter entwickeln, immer selbstständiger werden, bis es dann soweit ist und sie in die Schule kommen.

Das FSJ besteht auch aus 5 mal 5 Tagen Seminar, in denen ich ebenfalls viele interessante Dinge lerne und erfahre. Wir werden einer Basisgruppe zugeteilt, die das ganze Jahr bestehen bleibt und eine gelungene Abwechslung zum alltäglichen Arbeiten ist, denn ich lerne viele neue, junge Menschen kennen, tausche mich mit Ihnen aus und erfahre, wie es in den anderen Einsatzstellen so ist.
Die DRK-Mitarbeiter machen sich Gedanken, schließen uns mit in die Seminarvorbereitungen mit ein und engagieren sich, wo sie nur können.
Ich persönlich kann Euch nur empfehlen ein FSJ bei der DRK zu beginnen. Man macht positive, als auch negative Erfahrungen, wächst daran, wird reifer und es ist einfach eine tolle Zeit mit vielen netten Leuten.

Vanessa

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